Digitales Bordbuch für eine länderübergreifende Lokomotivflotte in vier Ländern

Seit April 2025 läuft das Bordbuch, das jede Lokomotive begleitet, in MainTrack, im Führerstand und im Büro.

Projektübersicht

Betreiber

SBB Cargo International

Netz

Transalpiner Nord Süd Korridor

Ziel

Sichtbarkeit des Fahrzeugzustands während der Fahrt, präzise Übergabe zwischen den Besatzungen über vier nationale Regelwerke hinweg

Lösung

Bordbuch in MainTrack, dem Instandhaltungsmodul der SoftRail Suite

Sprachen

Deutsch, Italienisch, Englisch, Niederländisch und Französisch

Über SBB Cargo International

Von der Straße auf die Schiene. Diesem Gedanken folgt SBB Cargo International, seit SBB Cargo und Hupac das Unternehmen 2010 in Olten gegründet haben, mit dem Anspruch, die Alpenquerung zu einer Entscheidung für die Schiene statt für die Autobahn zu machen. Jede Woche verkehren Block und Kombizüge von Terminal zu Terminal auf dem Rhein Alpen Korridor und verlagern so tausende Nettotonnen von der Straße auf die Schiene.

Was den Betrieb auszeichnet, ist der hohe Anteil an Eigenleistung. Die grenzüberschreitende Produktion wird von einer einzigen Dispositionszentrale in Olten aus gesteuert, und das Unternehmen tritt gegenüber Betreibern und Spediteuren als einheitlicher Ansprechpartner auf. Dieselbe Logik gilt für Traktion und Personal.

Ein Betrieb, der auf diesem Maß an Kontinuität aufbaut, hängt von zwei Dingen ab: dem Zustand der Schienenfahrzeuge und der Genauigkeit dessen, was eine Schicht der nächsten übergibt.

Deshalb läuft seit April 2025 das Bordbuch, das jede Lokomotive begleitet, in MainTrack, im Führerstand und im Büro.

  • 1
    Was ist das digitale Bordbuch?
    Das Bordbuch, das früher in Papierform mit der Lokomotive unterwegs war, begleitet sie heute auf dem Gerät. Ein QR Code im Führerstand öffnet die Fahrzeugseite, und die Besatzung arbeitet strukturierte Formulare durch, die gemeinsam mit Flottenmanagement, Disposition und Sicherheit festgelegt wurden.
  • 2
    Funktioniert es offline?
    Störungsmeldungen werden als Entwürfe auf dem Gerät gespeichert und automatisch übermittelt, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist. Die Meldung hängt daher nie von der Netzabdeckung ab, und nichts geht verloren.

Ergebnisse: vereinfachtes Flottenmanagement

Mit dem digitalen Bordbuch füllt die Besatzung strukturierte Formulare aus, die durch die Eingabe führen, und derselbe Eintrag erreicht gleichzeitig den nächsten Lokführer und das Flottenmanagement. Die Daten sind vollständig und korrekt klassifiziert, da das Formular genau das abfragt, was das Flottenmanagement benötigt. Und eine in Basel auf Deutsch notierte Störung wird vom Lokführer, der die Fahrt in Chiasso übernimmt, in seiner eigenen Sprache gelesen.

Die gesamte Lokomotivflotte arbeitet nun mit dem digitalen Bordbuch, und der Fahrzeugzustand ist in Olten sichtbar, sobald er erfasst wird, ohne einen zusätzlichen Anruf oder eine E Mail zur Meldung.

“In unserer zentralen Basis in Olten erhalten wir jetzt schnelle und klare Informationen von Lokführern aus ganz Europa. Bei einem Problem können wir reagieren und die bestmögliche Lösung finden. Um die Sicherheit zu erhöhen, behalten wir stets die verbleibenden Kilometer bis zu den nächsten Fristen im Blick.”

Diese Funktion zählt mehr als 1.000 aktive Nutzer und 192 eingesetzte Fahrzeuge.

Screenshot einer Lokomotive mit den Länderkennzeichnungen (alle Farboptionen).

Die Flotte der BR 193 A40, von Anfang an mit dem digitalen Bordbuch ausgestattet, hat rund 200.000 km pro Monat zurückgelegt.

Durchschnittlich gefahrene Strecke der BR 193 A40 Flotte.

Was wir als Nächstes gemeinsam aufbauen

Der nächste Schritt ist die Bereitstellung eines Dashboards, direkt nach der Anmeldung bei MainTrack von einem gewöhnlichen Computer aus (nicht mobil). Es zeigt die aktuelle Situation der Flotte von SBB Cargo International. Fahrzeuge werden in Gruppen wie „verfügbar“, „eingeschränkt“, „in der Werkstatt“ und weiteren gezählt. Das ermöglicht einen schnellen Überblick über den Flottenstatus und reduziert den manuellen Aufwand für die Flottenmanager.

Unser Dank gilt den Teams von Flottenmanagement, Disposition und Sicherheit für eine wirklich gemeinsame Arbeit: Ihr Fachwissen hat das System geprägt, unseres hat es in den Führerstand gebracht. Wir freuen uns darauf, was wir als Nächstes gemeinsam aufbauen werden.

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